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I. Ausgangssituation:
- Vermeidbare Baukosten
- Planung und Ausführung eines Bauprojektes oft in unterschiedlichen Händen
- Projektbeteiligte tragen nur Teilverantwortung und sind deshalb vornehmlich darauf bedacht, in ihrem Teilbereich finanziell gut dazustehen
- Schnittstellenprobleme und damit Reibungsverluste zwischen Projektbeteiligten
- Alle am Bau Beteiligten haben in erster Linie die Planungs- und Ausführungskosten vor Augen, nicht aber die Kosten des Bauwerks über die gesamte Erstellungs- und Nutzungsdauer
II. Konzept Bauteam:
Aufgrund geschäftlicher Beziehungen und gemeinsamer Erfahrungen schließen sich am Bau Beteiligte zusammen oder werden ohne vorherige Ausschreibung durch einen privaten Bauherrn (BH) bzw. Auftraggeber (AG) in einer Gruppe zusammen-geführt, um für den BH bzw. AG ein Gebäude zu errichten und im Idealfall für die Dauer der Nutzung als Dienstleister zu begleiten.
Dabei sind 2 Fälle zu unterscheiden, inwieweit der private BH bzw. AG sich bei diesen Arbeiten mit einbringt:
- Bauteam im engeren Sinne: ohne BH (AG)
- Bauteam im weiteren Sinne: mit BH (AG)
Im Einzelnen kann sich ein Bauteam aus den folgenden Mitgliedern zusammensetzen:
| Projektbeteiligter |
Aufgaben |
Bemerkungen |
| Bauherr, Auftraggeber |
Nutzungsprinzip, Kapital |
Kunde |
| Architekt |
Objektplanung |
Eigentliches Bauteam |
| Bauingenieur |
Tragwerksplanung, etc. |
Eigentliches Bauteam |
| Versorgungsingenieur |
TGA-Planung |
Eigentliches Bauteam |
| Bauunternehmen |
Rohbau, Dach, Fassade, Innenausbau |
Eigentliches Bauteam |
| TGA-Unternehmen |
Technischer Ausbau |
Eigentliches Bauteam |
| Baustoffhandel |
Materiallieferung, etc. |
Eigentliches Bauteam |
| u.a. |
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Eigentliches Bauteam |
| Beratender Ingenieur |
Projektleitung / -steuerung |
Moderator |
III. Ziele des ganzheitlichen Ansatzes:
- Reduzierung der Herstellkosten, aber unter Berücksichtigung einer Optimierung der Kosten des Bauwerks über die Dauer seiner Nutzung
- Dienstleistungsangebot des Bauteams an den BH bzw. AG für die Dauer der Nutzung (Unterhaltung, Instandsetzung, etc.): ein Ansatz des Facility Management
- Einbringung der jeweiligen Fachkompetenzen aller am Bau Beteiligten bereits in der Planungsphase
Positive Konsequenzen:
- Keine ausschließliche Optimierung der Planungskosten zu Lasten der Kosten für Ausführung und Unterhaltung
- Versäumnisse in der Planung müssen nicht durch teure Korrekturen während der Ausführung ausgeglichen werden
- Bestimmte Baumethoden erfordern teilweise einen höheren Planungsaufwand, der im Regelfall aber durch geringere Baukosten kompensiert wird, d.h. im Endeffekt erweist sich erhöhter Planungsaufwand kostengünstiger
- Verstärkter Einsatz von Baumethoden und entsprechender Logistik, die zu einer Rationalisierung des Herstellprozesses führen (z.B. Einsatz von Fertigteilen, etc.); weiter z.B. Einbindung eines Baustoff-händlers in das Bauteam
- Vor Baubeginn komplette Definition des Bausolls: Größe, Qualität und Funktionalität des Bauwerks
- Vor Baubeginn realistische Festlegung des Fertigstellungsdatums unter Abwägung der damit anfallenden Herstell- und Kapitalkosten
- Garantie einer Preisobergrenze (Pauschalpreis) für die Erstellung des Bauwerks
- Reduzierung bzw. Vermeidung von Auseinandersetzungen über Mehrkosten
- Auf Unwägbarkeiten, die bei fast keiner Bauausführung auszuschließen sind, kann in der Konstellation eines Bauteams ohne hohe Reibungsverluste reagiert werden
IV. Vorgehensweise im Einzelnen (schematisch):
Phase 1: Das Bauteam findet sich
- Ein BH bzw. AG beabsichtigt, ein Gebäude zu erstellen.
- (Einer der späteren Projektbeteiligten erfährt von den Plänen des BH bzw. AG und formt mit anderen Gleichgesinnten ein Bauteam, welches sich bei dem BH bzw. AG für die Errichtung des Gebäudes bewirbt.)
- Aufgrund geschäftlicher Beziehungen und Erfahrungen wählt der BH bzw. AG freihändig die ihm genehmen Projektbeteiligten (auch ohne deren vorherige Bewerbung !) aus.
Phase 2: Grobes Angebot (Richtpreis = angestrebter Preis !)
- Durch das Bauteam werden die Vorgaben des privaten BH bzw. AG überprüft und gegebenenfalls zusammen mit diesem vervollständigt.
- Durch das Bauteam wird ein grobes Angebot erstellt, mit Angabe einer Preisobergrenze (Richtpreis) auf Basis der folgenden Angaben des BH bzw. AG
- Kostenvorgaben und
- sonstige Anforderungen an das Bauwerk
| RB: |
01. |
Falls kein Vorentwurf / Entwurf durch den BH bzw. AG angefertigt wurde, wird dieser im Rahmen des groben Angebotes durch das Bauteam nachgeholt. |
| |
02. |
Ansatz: Welches Bauobjekt kann für den BH bzw. AG im Rahmen seiner Kostenvorgaben, etc. erstellt werden und nicht, wie teuer wird das Bauobjekt für den BH bzw. AG unter Berücksichtigung der „sonstigen Anforderungen an das Bauobjekt“! |
Phase 3: Detailliertes Angebot
Bei Akzeptanz des Richtpreisangebotes erteilt der private BH bzw. AG dem Bauteam den Auftrag, innerhalb eines gewissen Zeitraums ein komplettes, detailliertes Angebot zu erstellen.
| RB: |
Während dieser Phase erstellt das Bauteam die gesamte Planung, die als sichere Basis für das Angebot dient, weiterhin werden eventuell erforderliche Nachunternehmer-Leistungen ausgeschrieben. |
Phase 4: Auftragserteilung
Auf Basis dieses Angebotes (verbindlicher Preis) wird das Bauteam durch den BH bzw. AG mit der General-Übernahme des Bauvorhabens zu einem Pauschalpreis beauftragt.
Phase 5: Ausführung
V. Zusammenfassung:
- Das Modell des „Bauteams“ und damit gleichbedeutend der fortwährende Gedanke der Kostenbegrenzung führt zu einer Reduzierung der Kosten, nicht nur im Hinblick auf die Herstellkosten, sondern ebenfalls in Bezug auf die Nutzungskosten, d.h. die Wirtschaftlichkeit des Objektes nimmt zu.
- Der Kunde erhält passend zu seinen Vorgaben (Kostengrenze; sonstige Bauwerksanforderungen) ein Bauobjekt mit Angabe der verbindlichen Kostenobergrenze errichtet.
- Optimierung der eigentlichen Bauaufgabe durch frühzeitige Integration von Planung und Ausführung: weder der Architekt noch z.B. das Bauunternehmen definiert allein das Bauobjekt und das zugehörige Leistungsprogramm. Das Modell „Bauteam“ führt aber ohne Zweifel zur Stärkung der Position der Ausführenden.
- Alle Leistungen (inkl. Angebotserstellung) des Bauteams können auskömmlich und fair vergütet werden, bei gleichzeitigem Unterschreiten einer Preisobergrenze für das Bauobjekt.
- Das Einschalten eines unabhängigen „Beratenden Ingenieurs“ für die Projektleitung und -steuerung sichert bei Interessenkonflikten eine entsprechende ausgleichende Moderation innerhalb des Bauteams ab.
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